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Geschrieben von Rolf BaxRolf Bax

Hobbys im Lebenslauf

9 Min Lesedauer
Wie, wo und wann liste ich Hobbys in meinem Lebenslauf auf
Deine Bewerbung braucht einen menschlichen Touch, der bei den Personalverantwortlichen etwas auslöst. Gerade deshalb ist es so wichtig zu wissen, wann Hobbys in einem Lebenslauf sinnvoll sind und wie man sie aufführt.

Wie (und wann) liste ich Hobbys in meinem Lebenslauf auf?

Beim Nachdenken über die Frage, ob Hobbys in einen Lebenslauf gehören, sollte man sich zunächst einmal in die Rolle eines/einer Personalverantwortlichen versetzen. Arbeitgeber schätzen bei Bewerber/innen nicht nur praktische Erfahrungen oder Qualifikationen, sondern auch gewisse Soft Skills: Blick fürs Detail, Offenheit gegenüber Herausforderungen, gute Kommunikation im Team. Wenn deine Freizeitbetätigungen indirekt damit im Zusammenhang stehen, könnten sie durchaus einen Platz in deinem Lebenslauf haben. Hobbys sagen etwas über deine Persönlichkeit und dein Engagement aus und können dir dadurch einen Vorteil gegenüber deinen Mitbewerber/innen verschaffen.

Dein Lebenslauf ist – im Idealfall – dein Ticket zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch. Er sollte widerspiegeln, wer du bist und warum man gerade mit dir über die Besetzung der offenen Stelle reden sollte. Hier einige Tipps, wie man Hobbys so in seinen Lebenslauf einbringen kann, dass man sich dem Unternehmen schmackhaft macht.

Hobbys: wann ja und wann nein?

  • Orientiere dich bei der Aufnahme von Fähigkeiten und Hobbys an der Stellenbeschreibung.
  • Führe Hobbys in einer kompakten Liste auf, ähnlich wie im Kompetenzteil.
  • Zeige mit den Hobbys ruhig deine Vielseitigkeit, aber übertreibe es nicht.
  • Vermeide die Erwähnung von Hobbys, die zu persönlich sind oder die politisch polarisieren.
  • Positioniere Hobbys eher im unteren Teil des Lebenslaufs.
  • Liste maximal 2-3 Hobbys.

Hobbys, die für einen Lebenslauf interessant sind

Hobbys im Lebenslauf betonen idealerweise deine besten Eigenschaften, in aller Ehrlichkeit und ohne abzuschweifen. Jedes Hobby sollte Fähigkeiten reflektieren, die auch bei der Arbeit nützlich sind. Am besten entwickelst du zunächst ein Verständnis für die Soft Skills, die dir die Stellenbeschreibung anreicht. Einige Beispiele:

  • Auch in stressigen Situationen den Überblick bewahren
  • Fähigkeit zur Einhaltung von Terminen
  • Arbeit delegieren an ein Team von internen Kräften
  • Haushaltsplanung und Dienstplanerstellung in Excel

Beispiele für Hobbys

Nimm dir dann einen Moment Zeit, um deine Hobbys zu notieren. Gesetzt den Fall, du magst:

  • Yoga
  • Backen
  • Skifahren
  • Fußball spielen im Verein
  • Reisen
  • Anstecknadeln sammeln
  • Engagement bei den Pfadfindern

Welche Gemeinsamkeiten haben deine Hobbys mit den im Job vorausgesetzten Fähigkeiten?

Skifahren könnte suggerieren, dass du in der Lage bist, unter Stress zu funktionieren, während Mannschaftssportarten deine Teamfähigkeit belegen. Wenn eines deiner Hobbys bei einem Vorstellungsgespräch eher wenig Gesprächsstoff bietet (z. B. deine Sammelleidenschaft für Anstecknadeln), lass es lieber weg.

Hinweis: Es kann immer vorkommen, dass du beim Bewerbungsgespräch auf diese Liste angesprochen wirst. Wenn dein Gesprächspartner auch ein begeisterter Skifahrer ist, wird es dir eher leichter fallen, dich während des Gesprächs zu behaupten. Wähle nur Hobbys aus, die dir wirklich etwas bedeuten. Hobbys gehören ohnehin nicht zur Pflicht, sondern zur Kür. Wenn du also kein wirklich leidenschaftliches oder relevantes Hobby hast, haben sie auch in deinem Lebenslauf nichts verloren.

Wo gehören Hobbys hin?

Hobbys im Lebenslauf können dir gegenüber den anderen Mitbewerber/innen auf dem Stapel einen Vorteil verschaffen. Allerdings sind deine Arbeitsvergangenheit und deine Ausbildung immer noch wichtiger als das, was du in deiner Freizeit tust. Setze die Hobbys daher ans Ende deines Lebenslaufs oder in eine Seitenleiste mit zusätzlichen Informationen, je nach der Lebenslauf-Vorlage, die du nutzt.

Eine eigene Punkteliste für Hobbys ist nur dann sinnvoll, wenn die Hobbys Aufschluss über relevante Erfahrung geben. Vorherige Arbeitserfahrung – auch wenn sie nicht aus deiner Berufstätigkeit stammt, z. B. Praktika oder Hiwi-Tätigkeiten im Studium – ist aussagekräftiger als Hobbys.

Halte deine Punkteliste kurz und knapp und nehme nur solche Informationen auf, die etwas über dich als Persönlichkeit und als Mitarbeiter/in verraten.

Wenn du dich in deiner Freizeit ehrenamtlich engagierst oder privat ein Projekt verfolgst, das für dein Berufsfeld relevant ist, solltest du es vielleicht lieber in einem eigenen Abschnitt für ehrenamtliche Tätigkeiten unterbringen. Als „Hobby“ wird es zu oft überlesen.

Welche Hobbys machen sich gut in einem Lebenslauf?

Gehen wir einmal der Frage nach, inwieweit Hobbys deine Fähigkeiten auf bisher ungekannte Weise ins rechte Licht setzen können. Anhand von einigen häufig genannten Hobbys erklären wir dir, wie man sie auf jobgerechte Weise unterbringt.

Ehrenamtliche Tätigkeiten/bekleidete Ämter: Bei der Auflistung von Erfahrung zählt vor allem die Genauigkeit der Angaben. Aber auch allgemeine ehrenamtliche Tätigkeiten sind durchaus gerne gesehen. Eine kürzlich durchgeführte Studie ergab, dass 82% der Personalverantwortlichen Bewerber/innen bevorzugen, die sich in ihrer Freizeit für eine bestimmte Sache engagieren. Damit zeigst du, dass du bereit und gewillt bist, dich für ein Team bzw. für die Gemeinschaft einzusetzen.

Fotografie: Fotografen nutzen sowohl ihre linke als auch ihre rechte Gehirnhälfte: Sie sind kreativ in der ausgewogenen Zusammenstellung ihrer Bilder und sind gleichzeitig mit der komplexen technischen Funktionsweise einer Kamera vertraut. Liste Fotografie nur dann als Hobby auf, wenn es eine persönliche Leidenschaft ist. Wenn Fotografie und fotografische Vorbildung zu deiner Arbeitserfahrung zählt oder sogar Teil der Stellenanforderungen ist, solltest du lieber im Kompetenzteil darauf eingehen.

Mannschaftssportarten: Wer Mannschaftssport betreibt, demonstriert starke kommunikative Fähigkeiten, Stressbeständigkeit, Teamfähigkeit und legt Wert auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Beruf und Privatleben.  Laut einem Bericht im Business Insider sind Leute, die in Sportvereinen aktiv sind, in den Büros großer Unternehmen oft besonders erfolgreich. Wenn du gleich mehrere solcher Sportarten betreibst, solltest du dies irgendwie zusammenfassen, um diesen Teil nicht aufzublähen.

Schreiben und Bloggen: Bloggen oder das Verfassen von Texten mit einer gewissen Branchenrelevanz ist ein hervorragendes Mittel zum Nachweis deiner Schreib-, Redigier- und Marketingtalente in Form von Hobbys im Lebenslauf. Wer einen gut recherchierten und sorgfältig korrekturgelesenen Blog führt, zeigt, dass er/sie in der Lage ist, kritisch zu denken, dass er/sie ein Herz für die Branche hat und dass er/sie in Sachen Karriere selbst das Heft in die Hand nimmt.

Wie spricht man über Hobbys?

In der Regel ist es nicht notwendig, bei den Hobbys zu sehr ins Detail zu gehen, wenn man damit nicht gerade etwas Außergewöhnliches schildern will. 

Beispiel: Ein Hobby wie „Marathonlauf“ ist an sich schon ziemlich beeindruckend. „An 100 Marathonläufen teilgenommen“ natürlich noch mehr. Du könntest „Schach“ anführen, wenn du am Wochenende gelegentlich mit Freunden spielst. Wenn du aber ein „internationaler Schachmeister“ bist, dann solltest du das ruhig erwähnen. 

Zum Abschluss

Persönlichkeit und Work-Life-Balance gelten im heutigen Büroalltag als etwas Positives. Wenn dich die Hobbys in deinem Lebenslauf als eine Person darstellen, die darauf brennt, in ihrem Traumjob zu brillieren, dann haben sie auf jeden Fall einen Platz darin. Wer Hobbys im Lebenslauf aufführt, sollte

  • in einem kurzen Satz(teil) möglichst viel über sich aussagen
  • darin Fähigkeiten durchschimmern lassen, die für die Stelle relevant sind
  • die Hobbys eher ans Ende des Lebenslaufs setzen, als Abrundung zu den Informationen über Erfahrung und Ausbildung
  • mit den Hobbys eine Vorlage für eine (positive) Unterhaltung beim Vorstellungsgespräch geben

Sogar wenn Fallschirmspringen dein Ventil zum Ablassen des Alltagsstresses ist, könnte es mit zu einem fantastischen Lebenslauf beitragen. Wenn du über Hobbys in deinem Lebenslauf nachdenkst, solltest du zuerst überprüfen, wie gut deine Hobbys zur Stellenbeschreibung passen. Ergeben sich daraus eindeutige Übereinstimmungen, dann könnten deine Hobbys im Lebenslauf sogar den Ausschlag für die Einladung zum Vorstellungsgespräch geben.

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