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Geschrieben von Susan ShorSusan Shor

Wie verhandelt man sein Gehalt?

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Wie verhandelt man sein Gehalt?
Gehaltsverhandlungen sind ein Aspekt, mit dem du dich befassen solltest. Hier einige Ratschläge, wie man dieses Thema möglichst stressfrei angehen kann.

Ist eigentlich eine Gehaltserhöhung fällig, du weißt aber nicht, wie du das Thema ansprechen sollst? Hast du gerade ein Stellenangebot erhalten und schreckst davor zurück, ein höheres Anfangsgehalt zu verlangen? Für viele Leute gilt die Devise „Über Geld spricht man nicht“, aber wer sein Gehalt nicht zur Sprache bringt, läuft vielmehr Gefahr, Geld zu verschenken – egal ob bei einer neuen Stelle oder nach Jahren guter Arbeit. Von seinem Arbeitgeber etwas zu verlangen, ist niemals eine angenehme Sache aber die folgenden Tipps zur Gehaltsverhandlung können dir die Sache etwas erleichtern.

Gehaltsverhandlungen – wie führt man sie richtig?

Zuallererst ist es wichtig, dass du deine Hausaufgaben zum Unternehmen machst. Was bist du ihnen wert? Wie werden andere Leute mit einer vergleichbaren Ausbildung und ähnlichen Qualifikationen bezahlt? Mit anderen Worten: Bevor du das Gehalt ansprichst, solltest du deinen „Marktwert“ kennen. Bist du dir in dieser Hinsicht unsicher, höre dich in der Branche um, frage im Kolleg/innenkreis herum oder rede mit ehemaligen Chefs. LinkedIn und andere Netzwerke bzw. Karriereportale können ebenfalls eine wertvolle Informationsquelle sein. Wichtig ist, dass du das Durchschnittsgehalt in deinem Tätigkeitsfeld kennst. Aber auch andere Faktoren spielen mit bei der Ermittlung der Frage, wie viel ein Arbeitgeber bereit ist, dir zu zahlen. Noch bevor du allerdings einen Gedanken auf Gehaltsverhandlungen verschwendest, solltest du darauf achten, dass bei deinem Lebenslauf und deinem Bewerbungsschreiben wirklich alles stimmt. Mit einem erstklassigen Lebenslauf sicherst du dir nicht selten genau den Job, den du haben willst, ohne überhaupt verhandeln zu müssen.

Expertentipp

Eine Möglichkeit herauszufinden, wie viel dein Arbeitgeber anderen zahlt, ist die gezielte Suche nach Stellenanzeigen dieses Unternehmens in Job-Portalen. Nicht selten wird eine Gehaltsspanne angegeben.

Falls du nicht gerade ein unwiderstehliches Erstangebot erhältst, gibt es immer einen gewissen Verhandlungsspielraum. (Tipp: Lasse deine Absichten nicht allzu sehr durchschimmern. Bringe dein Gehalt am besten nicht gleich beim Vorstellungsgespräch zur Sprache, sondern warte auf jeden Fall ab, bis dir der/die Personalverantwortliche selbst eine Zahl nennt.) Gehe mit einer festen Untergrenze in die Vertragsverhandlungen. Das Ziel sollte im mittleren bzw. oberen Bereich der Gehaltsspanne liegen.

Wenn du dich über einen Headhunter bewirbst, wirst du deine Gehaltsmöglichkeiten wahrscheinlich bereits kennen, denn solche Arbeitsvermittler nehmen Leute, deren Gehaltsvorstellungen weit außerhalb des Rahmens des anvisierten Unternehmens liegen, erst gar nicht in die engere Wahl.

Bei Verhandlungen um eine neue Stelle dürfte ohnehin schon ein Gehaltsvorschlag auf dem Tisch liegen. Über den darf und sollte verhandelt werden. Dabei solltest du dir einen gewissen Spielraum lassen, indem du selbst eine Zahl nennst, die etwas über deiner Untergrenze liegt, sich aber noch in einem gewissen Rahmen hält. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wirst du ein Gegenangebot erhalten, und wenn du zu niedrig ansetzt, könnte das enttäuschend für dich sein. Auf der anderen Seite solltest du den Bogen natürlich auch nicht überspannen, indem du mit deinem Vorschlag über die Obergrenze der Gehaltsspanne hinausgehst.

In den meisten Fällen führst du die Verhandlungen persönlich bzw. per Telefon oder Videochat. Wenn du dein Jobangebot per E-Mail erhalten hast, ist auch eine Kommunikation auf diesem Wege akzeptabel.

Kann der Arbeitgeber mich fragen, wie viel ich derzeit verdiene?

Fragen kostet nichts, so sagt man. Aber nicht jede Frage ist statthaft. Dazu zählen Fragen von Arbeitgebern nach dem derzeitigen Gehalt. Denn Lohngleichheit ist ein heißes Eisen. Hier geht es um deine Rechte als Arbeitnehmer/in. Lasse dir daher nicht in die Karten gucken. Dein derzeitiges Gehalt ist möglicherweise das Ergebnis von Lohnverzerrungen und sagt nichts darüber aus, wie viel deine Arbeitskraft wert ist.

Wenn du weißt, was du wert bist, kannst du das auch selbstbewusst gegenüber deinem Arbeitgeber vertreten, damit er merkt, dass du es ernst meinst. Gehe nie davon aus, dass dein Arbeitgeber meint, du wärst in einer früheren Stellung unterbezahlt worden. Wir hoffen natürlich, dass dies ohnehin nicht der Fall ist. Überhaupt sollten Gehaltsverhandlungen nicht gegeneinander geführt werden, sondern miteinander. Schließlich habt ihr – dein potenzieller Arbeitgeber und du – dasselbe Ziel. Er möchte dich einstellen und du möchtest eingestellt werden. Jetzt kommt es darauf an, respektvoll zu vermitteln, dass deine Fähigkeiten und Eigenschaften einen gewissen Wert haben. Und das geht am besten auf die heitere und professionelle Art.

Wann bringe ich das Gehalt zur Sprache?

Stehen deine eigenen Gehaltsvorstellungen fest, wartest du das Angebot deines Arbeitgebers ab. Lasse die Informationen auf dich wirken, nimm dir ein wenig Zeit zum Nachdenken und teile der anderen Seite dann den Betrag mit, den du deiner Ansicht nach – gestützt auf deine eigenen Branchenrecherchen und deine bisherige Karriere – verdienen solltest. Geduld ist dabei wichtig. Das Gehalt solltest du erst dann zur Sprache bringen, wenn dir ein konkretes Angebot vorliegt. Erst dann beginnen die Gehaltsverhandlungen. Ist das Angebot deines Arbeitgebers fair, brauchst du natürlich nicht weiter zu verhandeln, aber wenn es unter deinem Niveau ist, kannst du dein neugewonnenes Gehaltswissen in die Waagschale werfen, um einen höheren Verdienst herauszuschlagen. Wenn du deine Gehaltsvorstellung auf nachvollziehbare Daten aus dem Arbeitsmarkt stützt, kann das nur hilfreich sein. Widerstehe der Versuchung, irgendwelche persönlichen finanziellen Ziele zu erwähnen. Konzentriere dich auf die Argumente, die dafür sprechen, warum deine Arbeit ihr Geld wert ist.

Die Familie, die du durchfüttern musst, die Schwierigkeiten durch COVID-19 – über all das solltest du dich ausschweigen. Deine Aufgabe besteht einzig und allein darin, die Personaler/innen von deinem Wert für das Unternehmen zu überzeugen. Wenn du dabei auf die Tränendrüse drückst, erregt das allenfalls Mitleid, und das ist in keinem Fall zielführend.

Denke daran, dass dein Vergütungspaket neben dem Gehalt auch Vergünstigungen enthält. Du könntest dich zum Beispiel mit einem niedrigeren Gehalt im Tausch gegen mehr Urlaubstage zufriedengeben. Die private Nutzung des Firmenwagens wäre auch nicht zu verachten. Zu berücksichtigen wären auch Zulagen und Anreize zusätzlich zum Grundgehalt. Erhältst du einen Bonus, Mitarbeiteraktien oder Provisionen? Wie oft kannst du mit einer Leistungsbeurteilung rechnen, und gibt es bei solchen Beurteilungen auch eine Gehaltserhöhung?

All diese Fragen solltest du sorgfältig überdenken, bevor du eine Entscheidung triffst. Ist das Angebot zu niedrig? Betrachte erst das Gesamtbild mit sämtlichen Zusatzleistungen. Ablehnen kannst du hinterher immer noch.

Die Frage nach der Gehaltserhöhung

Wenn du in deiner derzeitigen Stelle um eine Gehaltserhöhung bittest, bist du eigentlich in einer ähnlichen Lage. Deine Aufgabe besteht darin herauszufinden, wie viel andere in deiner Branche verdienen. Sammle die Ergebnisse deiner letzten Leistungsbeurteilungen und Angaben zu deinen sonstigen beruflichen Errungenschaften. Mit anderen Worten: Finde heraus, was dir eigentlich zustehen sollte. Nachdem du diese Infos zusammengetragen hast, kannst du sie deinem Arbeitgeber bei den Gehaltsverhandlungen vortragen und ihn offen danach fragen, wie viel ihm das wert ist. Beachte dabei jedoch, dass manche Arbeitgeber Budgetbeschränkungen unterliegen und nur zu bestimmten Zeiten im Jahr Gehaltserhöhungen gewähren können. Geduld und Verständnis sind in solchen Situationen essenziell. Wenn du einen Termin für ein Gespräch über dein Gehalt vereinbarst, sei vorbereitet! Rede nicht von den Gehältern deiner Kolleg/innen und maule nicht, dass du genauso viel verdienen solltest. Überzeuge deinen Arbeitgeber eher von dem Wert, den du für das Unternehmen darstellst.

Denke daran: So wie du dich selbst siehst, sehen dich auch andere. Wenn du selbstbewusst und mit Durchsetzungsvermögen auftrittst, gewinnt dein (potenzieller) Arbeitgeber wahrscheinlich einen positiveren Eindruck von dir. Einen Eindruck, der Respekt einflößt, und dem ein entsprechendes Gehalt gegenüberstehen sollte.

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