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Geschrieben von Paul DruryPaul Drury

Bewerbung ab 50: Wie verhindert man Altersdiskriminierung?

23 Min Lesedauer
Bewerbung ab 50: Wie verhindert man Altersdiskriminierung?
Artwork von:Natalia Savinova
Studien bestätigen, dass ältere Arbeitssuchende häufig diskriminiert werden. Wie lässt sich verhindern, dass man wegen des Alters aussortiert wird? Gibt es Regelungen, die älteren Beschäftigten nutzen könnten? Außerdem zeigen wir dir, wie man sich im fortgeschrittenen Alter erfolgreich bewirbt und wie du mit einem überzeugenden Lebenslauf punkten kannst.

Das Alter: eine Zahl, mehr nicht?

„Eigentlich ist es doch egal, wie alt man ist.“ Spätestens dieser Satz wird bei Eltern für Stirnrunzeln sorgen, wenn deren Teenie-Tochter ihren neuen Freund vorstellt, der um einige Jahre älter ist. Dabei ist es tatsächlich so: In der Liebe spielt das Alter kaum eine Rolle. Auf dem Arbeitsmarkt sieht es leider anders aus. Viele Beschäftigte ab 40 können ein Lied davon singen. Wer sich in diesem Alter bewirbt, wird früher oder später feststellen, dass das Alter eben doch mehr als nur eine Zahl ist.

Statistische Informationen

Eine Umfrage von cvapp.de hat ergeben, dass die Hälfte der Bewerber über 40 bereits einmal das Gefühl hatte, wegen ihres Alters benachteiligt worden zu sein. Dies geschah vor allem bei Bewerbungen per E-Mail oder Telefon (54%) bzw. bei Bewerbungen bei einem anderen Unternehmen (48%). Bei internen Bewerbungen bzw. Beförderungen wurde weniger häufig eine Altersdiskriminierung vermutet (28%).

Eine Studie von WerkLabs und The Mom Project brachte ans Licht, dass 75% von 700 Befragten ab 40 irgendwann im Laufe des Bewerbungsverfahrens die Erfahrung machen mussten, als „alt“ abgestempelt zu werden. Diese Diskriminierung nach Alter kann in allen Phasen des Bewerbungsverfahrens vorkommen.

  • Schon der Text einer Stellenausschreibung hat auf 67% der Befragten eine abschreckende Wirkung, insbesondere wenn „Einsteiger“ gesucht werden, oder wenn man auf ein „junges Team“ oder ein „dynamisches Umfeld“ verweist. Vor allem in Bereichen wie Digital Marketing (81%), Werbung (84%) und Finanzen (85%) sind solche Begriffe offenbar in aller Munde. Viele solcher Formulierungen stellen einen eklatanten Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz dar, das auch ein Diskriminierungsverbot nach Alter beinhaltet. Häufig könnte man einen solchen Arbeitgeber dafür sogar vor Gericht bringen. Allerdings ist ein derartiger Rechtsstreit langwierig, und überhaupt: Wer möchte sich schon in seinen künftigen Job einklagen? Insofern bleibt es meistens dabei: Wo kein Kläger ist, ist auch kein Richter.
  • In Bewerbungsgesprächen neigen Personalentscheider/innen und Arbeitgeber zudem oft dazu, langjährige Arbeitserfahrungen zu bagatellisieren und betonen vielmehr die Bedeutung der modernen Technologie - auch wenn die betreffenden Bewerber/innen nachweislich technisch „up to date“ sind.
  • Bewerbungen bleiben häufig fruchtlos, weil angeblich die „Chemie nicht stimmt“. Mit Sätzen wie „Sie passen nicht in unser Team“ wird die Altersdiskriminierung nur allzu oft camoufliert.

Altersdiskriminierung ist weit verbreitet. Zu Unrecht, denn verschiedene Studien haben den Nachweis erbracht, dass ältere Beschäftigte dasselbe leisten wie ihre jüngeren Kolleg/innen. Oder sogar noch mehr. Leute ab 55 arbeiten genauso effektiv mit denselben Technologien wie ihre Kolleg/innen im Alter von 18-35. Außerdem sind ihre Leistungen stabiler und sie feiern seltener krank.

Aber gute Arbeitsleistungen sind leider kein Schutz vor Altersdiskriminierung, wie eine Studie der Universität Utrecht zeigt. Deshalb rät Postdoktorand Jelle Lössbroek, der Autor der Studie, zu einem gemischten Auswahlausschuss. Manager/innen, die selbst über 50 sind, neigen im Vergleich zu ihren jüngeren Kolleg/innen nämlich weniger zu Altersdiskriminierung, so die Studie.

Wie jede andere Diskriminierung, so ist auch Diskriminierung nach Alter gesetzlich verboten. Allerdings lässt sich dies nur schwierig nachweisen. Was also kann man selbst tun, um sich im fortgeschrittenen Alter erfolgreich zu bewerben? Hier die besten Tipps für die Bewerbung ab 50:

Bewerbung ab 50: Vorbereitung ist alles

Die hier angeführten Studien zeigen bereits, dass man als ältere/r Beschäftigte/r auf dem Arbeitsmarkt nicht gerade den besten Stand hat. Um dennoch punkten zu können, ist eine gute Vorbereitung jetzt wichtiger als je zuvor, wenn man gegen die jüngere Konkurrenz bestehen will. Und diese Vorbereitung beginnt schon, während man noch in Brot und Arbeit ist.

Denn das Leben ist unberechenbar. Oft ahnt man nicht, dass man sich schon bald nach etwas Neuem umschauen muss. Deshalb sollte man frühzeitig Vorkehrungen treffen, damit es einen nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel trifft, wenn man ins Büro zitiert wird.

Vorbereitungen ab 40

  • Wenn du noch nicht bei LinkedIn oder XING präsent bist, dann ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, dir einen Account zuzulegen. Es macht dich sichtbarer, du kannst dich besser vernetzen und du findest möglicherweise interessante Stellenangebote, auf die du dich direkt aus LinkedIn bzw. XING heraus bewerben kannst.
  • Pflege deine Kontakte und erweitere dein Netzwerk. Denn je größer dieses Netzwerk, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass dir entsprechende „Beziehungen“ zu einem neuen Job verhelfen.
  • Bilde dich weiter in Lehrgängen, Seminaren und Fortbildungen. Das hilft dir in deiner jetzigen Tätigkeit, und es macht sich gut im Lebenslauf, zumal es zeigt, dass du das Prinzip des „lebenslangen Lernens“ verinnerlicht hast und lebst.
  • Und nicht zuletzt: Eigne dir weiterhin neue Fähigkeiten an. Arbeitgeber legen vor allem Wert darauf, dass du in technischer Hinsicht auf dem neuesten Stand bist.
  • Letzteres zeigt sich oft schon in Kleinigkeiten. E-Mail-Adressen bei Hotmail oder AOL sind inzwischen als altmodisch verpönt. Gmail und Outlook wirken da schon um einiges moderner. Verabschiede dich daher von solchen „angestaubten“ Providern, damit nicht der Eindruck entsteht, dass du nicht mit der Zeit gehst.

Vorbereitung ab dem Beginn der Arbeitssuche

  • Du bist inzwischen über 40 und hast bisher noch nicht für den Fall der Fälle vorgesorgt? Dann wird es jetzt höchste Zeit.
  • Mache in deinem Netzwerk bekannt, dass du nach einer neuen Stelle suchst und welche Art von Arbeit(geber) dir vorschwebt. Je genauer (und motivierter) du schildern kannst, wie dein idealer Job aussehen soll, desto einfacher machst du es deinem Netzwerk, bei einem interessanten Stellenangebot an dich zu denken.
  • Stelle dein LinkedIn-Profil auf offen für neue Jobangebote ein und kommentiere interessante Posts, um mehr Präsenz zu zeigen.
  • Sammle Referenzen und Empfehlungen. Das macht sich gut auf deinem LinkedIn-oder XING Profil und kann bei Bewerbungen durchaus nützlich sein. Überhaupt kannst du solche Pluspunkte hervorragend als Aufhänger dafür nehmen, um darzulegen, dass du eine neue Herausforderung suchst (werde zum Netzwerker!).
  • Lasse einem interessanten Arbeitgeber (über LinkedIn bzw. XING) eine Nachricht zukommen, in der du nicht beschreibst, was du bisher so gemacht hast, sondern vielmehr, was du kannst und mit welchen Ideen du dich dort einbringen könntest.

Wie lässt sich verhindern, dass man wegen des Alters aussortiert wird?

Wer aktiv auf Arbeitssuche ist, möchte natürlich tunlichst verhindern, dass er aussortiert wird, erst recht aus Altersgründen. Ein Mittel gegen Altersdiskriminierung ist ein Lebenslauf, aus dem man das Alter nicht ableiten kann. Das bedeutet: Geburtsdatum verschweigen, Daten bei Studienabschlüssen usw. weglassen und die ersten Berufserfahrungsjahre nicht nennen. In diesem Fall muss der/die Personalentscheider/in dein Alter raten.

Vorteile eines Lebenslaufs ohne Altersangaben

  • Das Alter trägt zur Imagebildung bei. Wer dein Alter nicht kennt, kann sich erst dann ein vollständiges Bild von dir machen, wenn er/sie dich persönlich einlädt. Wenn du ohnehin gut zur Stelle passt, ist man möglicherweise schon auf deine Unterlagen aufmerksam geworden und deine Chancen auf ein Bewerbungsgespräch steigen.
  • Da jedoch dein Alter fehlt, bleiben dem/der Recruiter/in nur deine Arbeitserfahrung, deine Ausbildung und deine Kompetenzen, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Vor allem, wenn bei einer Stelle die Erfahrung zählt, könnte das von Vorteil sein.

Nachteile eines Lebenslaufs ohne Altersangaben

  • Das Verschweigen bzw. die Nichtoffenlegung deines Alters kann jedoch auch nach hinten losgehen. Möglicherweise schätzt der/die Personalverantwortliche dein Alter höher ein oder dein Lebenslauf landet sofort auf dem Nein-Stapel, weil man keine Lust auf heitere Ratespiele hat.
  • Gesetzt den Fall, du erscheinst zum Bewerbungsgespräch, nachdem du deinen Lebenslauf bewusst auf jung getrimmt hast, dann fliegst du spätestens dann auf, wenn man einen Twen erwartet und stattdessen ein/e ergraute/r 60-Jährige/r eintritt. Einen solch negativen ersten Eindruck will man natürlich verhindern.

Deshalb halten wir das Verschweigen des Alters nicht unbedingt für eine gute Lösung.

So bekämpft man Altersdiskriminierung am besten

Gehe offen mit deinem Alter um! Stehe dazu und stelle dich in einem überzeugenden Lebenslauf als motivierte, energische, wissbegierige, engagierte und erfahrene Kraft dar.

Lebensläufe im fortgeschrittenen Alter

Wenn deine letzte Bewerbung bereits einige Jahre zurückliegt, dann solltest du deinen Lebenslauf besonders unter die Lupe nehmen. Mit diesen Tipps wird dein Lebenslauf wieder zeitgemäß, damit du dich optimal präsentieren kannst:

  • Verpasse deinen Funktionsbezeichnungen eine Frischzellenkur: Verzichte auf angestaubte Formulierungen bzw. passe sie dem Zeitgeist an. Ein Chef heißt heutzutage Teamleiter oder Manager, und ein Verkäufer geht inzwischen als Sales Manager oder Key Account Sales Coordinator durchs Leben.
  • Nenne dein Geburtsdatum, aber verzichte ansonsten auf Äußerungen über dein Alter. Also keine Bemerkungen wie „trotz meines fortgeschrittenen Alters bin ich immer noch...“ oder „außen alt, innen jung“ oder „aktives Mitglied der Seniorenmannschaft“.
  • Optimiere deinen Lebenslauf für Bewerbermanagementsysteme. Mithilfe solcher Applicant Tracking Systems (ATS) kann die Personalabteilung das Bewerbungsverfahren streamlinen und den Verlauf von Bewerbungen von der Einreichung der Unterlagen bis zur Einstellung besser nachvollziehen. Ein ATS-System sucht in Lebensläufen nach Schlagwörtern und Qualifikationen, die vom Arbeitgeber vorgegeben werden. Im Anschluss daran selektiert das System anhand von Filtern genau die Lebensläufe mit den meisten Treffern. Mit der Folge, dass nur eine kleine Auslese aller eingegangenen Lebensläufe am Ende tatsächlich beim Arbeitgeber auf dem Schreibtisch landet. Verwende daher in deinem Lebenslauf genau die Schlagwörter, die auch in der Stellenbeschreibung vorkommen und wähle eine ATS-taugliche Einteilung.
  • Sorge in deinem Lebenslauf vor allem für ein stimmiges persönliches Profil. Ein solches Profil, auch Zusammenfassung oder Personal Statement genannt, beschreibt in wenigen Sätzen, wer du als Person bist und warum du die beste Besetzung für die Stelle bzw. die beste Wahl für das Unternehmen bist. Das persönliche Profil steht zuoberst in deinem Lebenslauf und wird von Personalentscheider/innen aufmerksam gelesen. Hier kannst du deine Leistungen vorweisen, deine Ambitionen erläutern und unter Beweis stellen, dass du Erfahrung hast und lernwillig bist.
  • Auch Hobbys und Interessen im Lebenslauf können nicht schaden. Du zeigst damit, dass du voll im Leben stehst. Auch kannst du damit unter Beweis stellen, dass du über bestimmte Fähigkeiten verfügst, und du verschaffst dem/der Recruiter/in auf diese Weise einen Einblick in deine Persönlichkeit.
  • Beschränke deinen beruflichen Werdegang auf die letzten 10 Jahre. Arbeitserfahrung aus der Zeit davor ist kaum noch relevant. Dein Arbeitgeber möchte wissen, welches Wissen und welche Fähigkeiten du dir in den letzten 10 Jahren angeeignet und welche Erfahrungen du in dieser Zeit gesammelt hast.
  • Bringe Fähigkeiten und persönliche Qualitäten passend zu den Vorgaben des Arbeitgebers ein. Lese den Text der Stellenanzeige aufmerksam durch, um einen Eindruck davon zu gewinnen, welche Fähigkeiten man braucht, um in diesem Job erfolgreich zu sein.

Bewerbungen ab 50: So behauptest du dich im Bewerbungsgespräch!

Konntest du mit deinen Unterlagen überzeugen und hast du inzwischen eine Einladung zum Bewerbungsgespräch in der Tasche? Dann bereite dich gut auf Fragen vor, die direkt oder indirekt mit deinem Alter zu tun haben. Möglicherweise hat dein Arbeitgeber gewisse Sorgen oder Vorurteile, was deine Lebensjahre angeht. Dann ist es nur von Vorteil, wenn du ihm detailliert vermitteln kannst, warum dein Plus an Erfahrung ein Gewinn für sein Unternehmen ist. Nimm ihm die Vorurteile über deine Lernwilligkeit, deine Gehaltsvorstellungen, deine Software-Kenntnisse und dein Arbeitstempo. Konzentriere dich auf:

Erfahrung: In deiner langjährigen Erfahrung hast du viele Bürotrends kommen und gehen sehen. Einiges davon hat sich bewährt, anderes nicht. Du jedenfalls lässt dich nicht beirren und erledigst deine Arbeit mit Selbstvertrauen.

Engagement: Du kennst dich selbst und weißt, in was für ein Unternehmen du am besten passt und welche Aufgaben dir am ehesten liegen. Du bist mit Leib und Seele bei der Sache und stellst deine eigenen Ambitionen zum Wohle des Unternehmens auch gerne mal zurück.

Stabilität: Leute über 50 leben in der Regel in geordneten häuslichen Verhältnissen. Die Hektik einer jungen Familie mit kleinen Kindern liegt hinter dir, und du kannst dich selbst wesentlich besser einschätzen als noch vor 20 Jahren. Das macht dich zu einem stabilen Faktor in einem jungen Team, zum Fels in der Brandung.

Produktivität: Mit so vielen Jahren an Arbeitserfahrung auf dem Buckel gehen dir viele Tätigkeiten wesentlich leichter von der Hand, und du bist besser in der Lage, dich auf neue Aufgaben einzustellen. Du hast das Metier von der Pike auf gelernt, hast alles schon einmal erlebt, und weißt, wie man unvorhergesehene Probleme löst. Das stärkt deine Produktivität.

Loyalität: Während junge Bewerber/innen diesen Job möglicherweise nur als Sprungbrett für die nächste Station ihrer Karriere sehen, punktest du als loyale/r Mitarbeiter/in. Du wechselst deine Jobs nicht wie die Hemden, sondern versuchst, das meiste aus deiner Funktion herauszuholen.

Vielseitig einsetzbar: Du bist ein gestandener Profi und hast dich schon in unterschiedlichen Berufen und Funktionen bewährt. Viele betriebliche Abläufe sind dadurch für dich kein Buch mit sieben Siegeln. Daher kannst du deinen Kollegen zu Spitzenzeiten helfen oder im Krankheitsfall einspringen.

Regelungen für Arbeitssuchende ab 50

Für ältere Arbeitssuchende gibt es eine Reihe von Regelungen und Fördermaßnahmen, die deren Arbeitssuche bzw. den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern sollen. So können Arbeitgeber, die eine/n ältere/n Mitarbeiter/in einstellen, Eingliederungszuschüsse bei der Agentur für Arbeit beantragen.

Auch bietet das Qualifizierungschancengesetz seit 2019 die Möglichkeit zur Fortbildung bzw. Umschulung von älteren Beschäftigten, die vom Strukturwandel am Arbeitsmarkt bzw. von der Digitalisierung betroffen sind. Im Rahmen dieses Gesetzes werden Lehrgänge gefördert, je nach Unternehmensgröße sogar bis zu 100%.

Arbeiten im Rentenalter

Immer mehr Beschäftigte bleiben auch über das Pensionierungsalter hinaus im Arbeitsprozess. Die Arbeit strukturiert ihren Tag, sie bleiben unter Menschen, können ihre Kenntnisse einbringen und haben das Gefühl, ein sinnvolles Leben zu führen.

Oft bleiben solche Beschäftigte nach Erreichen des Rentenalters bei dem Arbeitgeber, für den sie bereits viele Jahre lang tätig werden. Sie brauchen ab dem 65. Lebensjahr keine Rentenbeiträge mehr zu zahlen und können sich ihre Rente für die Dauer des Zeitraums, in dem keine Rente ausgezahlt wird, aufbessern (um monatlich 0,5%). Auf der Website der Deutschen Rentenversicherung werden verschiedene Möglichkeiten und die entsprechenden Konsequenzen für Renteneinkommen und Steuern erläutert.

Bist du im Rentenalter und möchtest du (wieder) arbeiten? Inzwischen gibt es sogar Stellenbörsen, die besonders auf ältere Zielgruppen zugeschnitten sind, z. B.

arbeit-55plus.de. Aber auch auf anderen Stellenportalen wie z. B. gelegenheitsjobs.de oder kimeta.de wird man möglicherweise fündig.

Jobsuche ab 50

Du hast schon etliche Bewerbungen verschickt, aber der Erfolg will sich noch nicht so recht einstellen? Dann solltest du deinen Horizont etwas erweitern, um deiner Jobsuche eine Wendung zum Positiven zu geben. Wichtig ist vor allem, nicht die Hände in den Schoß zu legen, denn Arbeitgeber interessieren sich vor allem dafür, was man in den letzten drei Jahren gemacht hat. Wer in dieser Zeit arbeitslos zu Hause saß, erweckt keinen guten Eindruck. Achte deshalb darauf, dass du in Bewegung bleibst, zum Beispiel mit einer Zusatzausbildung, mit ehrenamtlichen Tätigkeiten oder mit einem Praktikum. Unsere Tipps:

  • Belege einen Kurs, einen Lehrgang oder fange ein (Fern-)Studium an. Alles, was man dazulernt, ist wertvoll. Auf dieser Website findet man, welche Ausbildungen zu welchem Berufsbild passen.
  • Nehme die entsprechenden Angebot der Agentur für Arbeit an.
  • Hast du viel Erfahrung, die man aus deinem Lebenslauf nicht ableiten kann? Lasse dir das mit einem Erfahrungszertifikat bescheinigen.
  • Keinen Erfolg in deiner derzeitigen Branche? Wie wäre es mit einem Berufswechsel in einen Bereich, in dem sich Lernen und Arbeiten kombinieren lässt? Im Gesundheitswesen, in der Bildung sowie in Bereichen wie IT und Technik sucht man händeringend nach Leuten. Eine ein- bis zweijährige (duale) Ausbildungsmaßnahme kann oft schon der Einstieg in eine neue Karriere sein.
  • Ziehe ein Praktikum in Erwägung. In einem Praktikum kannst du deinen Mehrwert unter Beweis stellen und einige Vorurteile bezüglich deines Alters abbauen. Du wärest nicht der bzw. die Erste, die nach einem solchen Praktikum in Festanstellung übernommen wird. Suche in Jobportalen nach Praktika im gewünschten Berufsfeld.
  • Gleiches gilt für ehrenamtlichen Engagement. Auch auf diesem Weg kannst du dich als wertvolle Arbeitskraft profilieren. Und wenn nicht, dann macht sich ein Ehrenamt immer noch gut im Lebenslauf.
  • Bringe dich bei Arbeitgebern ins Gespräch, die möglicherweise gezielt nach älteren Mitarbeiter/innen suchen. Gerade auch Zeitarbeitsfirmen sind häufig interessiert.
  • Besuche die Tage der offenen Tür von Unternehmen. Inzwischen geht das manchmal sogar online, wodurch man noch unbürokratischer bei verschiedenen Arbeitgebern „hineinschnuppern“ kann.
  • Erhältst du eine Ablehnung nach der anderen? Dann solltest du vielleicht einmal über eine freiberufliche Tätigkeit nachdenken. Du wärst dann dein eigener Chef und bedienst Kunden, die sich bewusst für deine im Laufe der Jahre gesammelte Erfahrung entscheiden.

Ein Wort noch zum Schluss: Pflege dein Netzwerk! Die meisten Stellen werden immer noch „über Beziehungen“ vergeben. Sorge deshalb dafür, dass dein Netzwerk über deine Stellensuche informiert ist und profiliere dich als Arbeitssuchende/r. Viel Erfolg!

Weiterer Lesestoff zum Thema Altersdiskriminierung und Bewerbungen ab 50:

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