Personalverantwortliche benötigen im Durchschnitt 30 Sekunden, um ein Anschreiben zu lesen und zu entscheiden, ob sie dem Lebenslauf und den Anlagen weitere Aufmerksamkeit schenken möchten. Dein Bewerbungsschreiben ist Eye Catcher und Verführer zugleich und sollte ästhetische und inhaltliche Kriterien gleichermaßen erfüllen. Welche das sind und wie du das Maximum aus deinen 30 Sekunden herausholst, verraten wir dir in diesem Beitrag.
Das Anschreiben ist das Begleitschreiben zu deiner Bewerbung, in dem du deine Motivation und deine Qualifikation darlegst und erste Einblicke in deine Persönlichkeit gewährst. Es soll Personalverantwortliche neugierig auf dich machen und sie veranlassen, deine Bewerbung auf den richtigen Stapel zu legen.
Eine postalische Bewerbung ohne Anschreiben ist unvollständig und unpersönlich und wird höchstwahrscheinlich nicht zum Erfolg führen. Das Gleiche gilt übrigens für Musteranschreiben von der Stange. Du solltest deshalb für jede Bewerbung ein eigenes Bewerbungsschreiben verfassen.
Bei einer Online-Bewerbung ist oft gar kein Anschreiben vorgesehen, aber wenn es technisch möglich ist, solltest du die Chance nutzen, ein vollständigeres Bild über dich zu liefern, als andere Bewerber/innen dies möglicherweise tun.
Bevor wir zum Aufbau deines Anschreibens und zu den Inhalten kommen, ein paar Worte zum äußeren Erscheinungsbild.
Dein Anschreiben sollte zum Stil deines Lebenslaufs, zur jeweiligen Stelle und zu dir passen. Deshalb halten wir verschiedene Vorlagen für Bewerbungsschreiben für dich bereit.
Wähle eine Vorlage aus der Kategorie „Kreativ“, „Modern“, „Professionell“ oder „Einfach“ – je nachdem, auf welche Stelle du dich bewirbst und welchen optischen Eindruck du hinterlassen möchtest. Scrolle durch die verschiedenen Varianten und du wirst sehen, dass einige Anschreiben für dich eher in Frage kommen als andere.
Dein Bewerbungsschreiben folgt einer klaren Struktur, die es Recruitern und Recruiterinnen ermöglicht, alle wesentlichen Informationen schnell zu erkennen.
Dein Anschreiben sollte maximal eine DIN A4-Seite lang sein und folgende Bausteine enthalten:
Auf diese Komponenten gehen wir später genauer ein.
Frau Ulrike Dachser
ADAC Luftrettung
Atlasstr. 55,
70178 Stuttgart
12.09.2024
Assistent/Sekretär des Geschäftsführers (w/m/d)
Sehr geehrte Frau Dachser,
aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Rettungshubschrauber gerade in der Alpenregion ein wahres „Geschenk des Himmels“ sein können, und weiß den unermüdlichen Einsatz der Rettungshelfer zu schätzen. Diese wertvolle Arbeit möchte ich aus tiefster Überzeugung durch meine Assistenzfunktion für den Geschäftsführer der ADAC Luftrettung unterstützen.
Ich habe eine Ausbildung als Fremdsprachenkorrespondentin absolviert und mich im Laufe meiner über 15-jährigen Karriere in verschiedenen Branchen kontinuierlich weiterentwickelt. Ich bin zuverlässig und überdurchschnittlich engagiert, arbeite gerne im Team und bringe neben sehr guten MS Office-Kenntnissen hervorragende Englisch- und Französischkenntnisse mit.
Zuletzt habe ich als Assistentin des Leiters Chirurgie im Klinikum rechts der Isar nicht nur alle klassischen (und auch in Ihrer Stellenanzeige genannten) Assistenzaufgaben wahrgenommen, sondern mir auch Erfahrungen im Patientenumfeld angeeignet. Ich bin Ersthelferin und frische meine medizinischen und EDV-Kenntnisse regelmäßig auf.
Die Möglichkeit, Ihren Geschäftsführer tatkräftig mit meinem Know-how und meiner Erfahrung zu unterstützen und dabei aktiv zur Rettung von Menschen beizutragen, ist eine Aufgabe, der ich mich nur zu gerne stelle. Ich bin sicher, dass ich alle persönlichen und fachlichen Voraussetzungen mitbringe, um den Anforderungen der Position und den Zielen Ihres Unternehmens gerecht zu werden.
Unter Wahrung der vertraglichen Kündigungsfrist könnte ich am 01.10.2024 bei der ADAC Luftrettung starten.
Für eventuelle Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung und freue mich darauf, mich mit Ihnen in einem persönlichen Gespräch ausführlicher über diese hochinteressante Aufgabe auszutauschen.
Mit besten Grüßen nach München
Viktoria Obermeier
Wer ist dein neuer Arbeitgeber eigentlich?
Bevor du mit dem Anschreiben beginnst, solltest du mehr über das Unternehmen in Erfahrung bringen, bei dem du dich bewirbst. Lies dir dazu die Stellenanzeige noch einmal durch, aber wirf auch einen Blick auf die Website des Unternehmens.
Wie groß ist das Unternehmen, welcher Branche gehört es an, welche Lösungen bietet es an, worauf legt es Wert, wie präsentiert es sich? Prüfe, was dich bei dem Unternehmen anspricht und was du zu dessen Zielen beitragen kannst. Je mehr du über deinen potenziellen Arbeitgeber weißt, desto leichter fällt dir das Formulieren deines Anschreibens.
Im Kopf deines Anschreibens befinden sich deine Kontaktdaten (=Absender), Name und Anschrift des Empfängers, Datum und Betreff.
Als Kontaktdaten gibst du Vor- und Nachname, deine vollständige Postanschrift sowie deine Telefonnummer und deine private E-Mail-Adresse an, damit dich das Unternehmen gegebenenfalls schnell kontaktieren kann. Wähle eine seriöse E-Mail-Adresse, die deinen Vor- und Zunamen enthält.
Du kannst Name und Anschrift auch in einer Zeile mit kleinerer Schrift (z. B. Schriftgröße 9) über der Empfängeranschrift wiederholen. Dies eignet sich insbesondere für Umschläge mit Sichtfenster.
Ludwig Gernroder - Maistraße 7 - 87123 Lenawerde
Intermobilia GmbH & Co. KG
Z. Hd. Frau Hanne Müller (HR 76)
Robert-Koch-Straße 45
91234 Kolbermoor
Unterhalb deiner Kontaktdaten nennst du den Empfänger, bestehend aus der vollständigen Firmenanschrift sowie dem Namen des oder der für die Stellenausschreibung zuständigen Personalverantwortlichen und der Abteilung. Diese Daten übernimmst du 1:1 aus der Stellenanzeige. Achte darauf, dass du insbesondere den Namen des Unternehmens (mit Rechtsform) und des oder der zuständigen Personalverantwortlichen richtig schreibst.
Am rechten Rand gibst du das Datum an, an dem du deine Unterlagen abschickst. Mögliche Formate sind beispielsweise 15.05.2024 oder 15. Mai 2024. Du kannst auch den Ort noch nennen, z. B. München, den 15.05.2024.
Als Betreff gibst du unterhalb der Datumszeile linksbündig Titel und Referenz der Stelle an, auf die du dich bewirbst, ohne jedoch das Wort „Betreff“ selbst zu erwähnen. Beide Angaben findest du in der Stellenbeschreibung.
In der Regel schreibst du den Betreff fett und verwendest eine etwas größere Schrift. Falls du mit dem Platz nicht hinkommst, kannst du eine etwas kleinere zweite Zeile darunter einfügen, zum Beispiel so:
Ihr Stellenangebot in der Süddeutschen Zeitung vom 18. November 2024, Ref. SSM 123/89-K-L
So könnte dein Briefkopf aussehen:
Deine Bewerbung ist keine Postwurfsendung. Richte dein Anschreiben deshalb stets an die Person, die in der Stellenanzeige genannt wird, sei es auf LinkedIn, in einem Printmedium oder auf einem Karriereportal. Mit der persönlichen Anrede baust du eine direkte Beziehung auf und zeigst, dass du dich mit der Stellenanzeige und dem Unternehmen befasst hast. Sie ist außerdem eine Frage der Höflichkeit und des Respekts – schließlich möchtest du auch nicht mit „Sehr geehrter Bewerber“ angesprochen werden.
Sollte kein direkter Ansprechpartner in der Ausschreibung genannt sein, verzichte trotzdem auf die Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“. Ermittle stattdessen den richtigen Adressaten, indem du die Website des Unternehmens überprüfst (Karriereportal) oder im Zweifelsfall im Unternehmen anrufst und nachfragst.
Mit einem solchen Telefonat stellst du einen ersten direkten Kontakt zum Unternehmen her, vielleicht wirst du sogar direkt mit der Personalabteilung verbunden.
Für einen guten Einstieg gibt es kein Patentrezept, aber ein Ziel: Der oder die Personalverantwortliche soll weiterlesen. Wähle deshalb eine individuelle Formulierung, die dazu motiviert und dich von der Masse abhebt, verzichte jedoch auf eine flapsige oder floskelhafte Sprache.
Zugegeben, das ist keine leichte Aufgabe, aber es gibt einige Tricks. Die nachfolgenden Methoden können dir dabei helfen, den Fuß in die Tür zu bekommen.
Falls du bereits Kontakt mit dem Unternehmen hattest, weise in deinem Einleitungssatz darauf hin, um die erste Bindung zum Unternehmen zu festigen, z. B. so:
„Wie gestern mit Ihrer Kollegin Frau Rettelsbach auf der Handwerkermesse Düsseldorf besprochen,...“
oder
„Vielen Dank für Ihre E-Mail vom 14.01.2025 und die Zusatzinformationen zu Ihrer Stellenausschreibung XTR-56 Projektmanager (m/w/d)“.
Mit der folgenden Formulierung findest du nicht nur den Einstieg sondern erwähnst gleichzeitig deine Erfahrung auf dem gesuchten Gebiet, deinen Bezug zur Thematik, wichtige Skills und Zahlen, die all das belegen:
Sehr geehrte Frau Bichler,
seit mehr als zehn Jahren beschäftige ich mich mit innovativen technologischen Möglichkeiten zur Optimierung von Molkereiabläufen und führe selbst einen landwirtschaftlichen Betrieb mit 30 Milchkühen. Ihr Stellenangebot vom 17.04.2024, in dem Sie einen erfahrenen Projektleiter (m/w/d) für Ihren Bereich Molkereitechnologie suchen, kommt für mich wie gerufen.
Du darfst ruhig auch etwas mutiger sein und den Empfänger/die Empfängerin direkt ansprechen, indem du eine Frage stellst:
Sehr geehrter Herr Portenlänger,
haben Sie sich auch schon einmal gefragt, weshalb die Aufbauanleitung Ihres Bücherschranks so gar nicht zu den Brettern und Schrauben passt, die vor Ihnen auf dem Fußboden liegen? Oft liegt es daran, dass die Montageanleitung maschinell übersetzt wurde und […]. Eine solche Übersetzung würden Sie von mir nicht bekommen.
ODER
Sehr geehrte Frau Huber,
darf ich Ihnen etwas verraten? Ich nutze die Rollantriebe von Materonik nicht nur beruflich, sondern auch privat und freue mich immer wieder über die ausgefeilte Technik und Zuverlässigkeit der Anlagen. Als Bauingenieur weiß ich, dass es darauf ankommt […]. Die von Ihnen ausgeschriebene Stelle als Vertriebsleiter ist insofern das i-Tüpfelchen meiner Karriere.
Es gibt viele weitere Möglichkeiten für einen kreativen Einstieg, wovon einige sicherlich mehr oder weniger gut zu dir passen. Dein Einstieg sollte jedenfalls nicht verkrampft wirken.
„Meine Freizeit verbringe ich gerne auf dem Moutainbike oder in meiner Werkstatt. Dieses Hobby mit meinem Beruf zu verbinden und dabei Ihr Team zu verstärken, ist für mich ein hoch interessanter nächster Schritt im Rahmen meiner beruflichen Weiterentwicklung.“
„Da ich bereits seit vielen Jahren tagtäglich die Softwareprodukte Ihres Unternehmens nutze, bin ich überzeugt, dass ich Ihr Supportteam optimal ergänze. […].″
„Sie sind auf der Suche nach einem leistungsfähigen, belastbaren und verlässlichen Kurierfahrer? Dann sollten wir uns unbedingt kennenlernen.“
„Als ich Ihre Stellenanzeige gesehen habe, war ich sofort überzeugt: Dieser Job ist genau das Richtige für mich!“
Dies ist der Kernteil deines Anschreibens. Hier lässt du deine Persönlichkeit durchschimmern, nennst relevante Erfahrungen, Fähigkeiten und Erfolge und stellst den Bezug zum Unternehmen und zu den Anforderungen an die Position her. Das nachstehende Beispiel zeigt, worum es geht.
Damit dein Hauptteil all die wichtigen Informationen kurz und dennoch anschaulich und konkret vermittelt, wie in dem obigen Beispiel, ist es wichtig, dass du vor dieser Herausforderung nicht zurückschreckst, sondern dir die zugrunde liegende Struktur bewusst machst.
Genau wie ein Bauvorhaben, lässt sich auch der Hauptteil deines Anschreibens in „Bauabschnitte“ unterteilen, die du Schritt für Schritt angehst, bis am Ende ein fertiges Haus vor dir steht.
Der Hauptteil deines Bewerbungsschreibens setzt sich aus folgenden Teilabschnitten zusammen, die jeweils einen bestimmten Zweck erfüllen:
Hier stellst du dich kurz persönlich vor. Beschreibe, was du studierst, in welche Themen du involviert bist und wann du dein Studium abschließen wirst.
Wenn du bereits im Berufsleben stehst, gehe darauf ein, womit du dich derzeit beschäftigst, welche Herausforderungen du gemeistert hast, weshalb du dich beruflich neu orientieren möchtest und was dich gerade an diesem Unternehmen interessiert.
Falls du dich um einen Ausbildungsplatz oder ein Praktikum bewirbst und noch keine Berufserfahrung vorweisen kannst, hast du hier die Möglichkeit, Erfahrungen aus Schule, Nebenjobs oder Freizeit anzubringen, die gut zur Aufgabenstellung passen. Hast du vielleicht die Gymnastikgruppe geleitet oder dir eine technische Fertigkeit selbst beigebracht?
Lasse deine persönlichen Stärken einfließen, die du in das Unternehmen einbringen kannst. Bei welchem Ziel könntest du deinen zukünftigen Arbeitgeber unterstützen? Ziehe dazu noch einmal die Stellenausschreibung heran und greife die darin genannten Schlüsselbegriffe auf.
Lasse deine Hard Skills und Soft Skills elegant in deine Erfolgsgeschichten einfließen. Fakten und Zahlen sind ideale Hilfsmittel, um Erfolge überzeugend hervorzuheben.
„Bei meinen zahlreichen Auslandseinsätzen konnte ich mein fachliches Know-how kontinuierlich ausbauen und vertiefen, sodass ich bereits nach neun Monaten mit der Leitung eines 8-köpfigen Projektteams betraut wurde.“
Im Hauptteil geht es auch darum, dass du den Bezug zwischen dir und deinen Fähigkeiten und dem Unternehmen mit seinen spezifischen Zielen herstellst. Hier muss deutlich werden, weshalb du dich bei dem Unternehmen bewirbst und weshalb man sich dort gerade für dich entscheiden sollte.
Überlege dazu, was dich besonders bei dem Unternehmen anspricht, z. B. Weiterbildungsangebote, internationale Vertretungen oder der Verkauf exklusiver High-End-Produkte.
Relevanz stellst du auch her, indem du dich auf die Ziele und Werte des Unternehmens beziehst. Diese werden in der Regel in der Stellenausschreibung genannt, du wirst aber auch auf der Website des Unternehmens fündig.
Der Schlussteil rundet dein Anschreiben ab und sollte noch einmal den Eindruck bestätigen, dass sich ein persönliches Kennenlernen mit dir lohnt. Der Schlussteil setzt sich aus mehreren inhaltlichen Komponenten zusammen:
Wenn die Angabe einer Gehaltsvorstellung in der Stellenanzeige ausdrücklich verlangt wird, dann nenne im Schlussteil auch deinen Gehaltswunsch. Die Angabe erfolgt in der Regel als Bruttojahresgehalt ohne Zusatzleistungen wie Urlaubsgeld oder Boni.
Gehälter werden in der Regel verhandelt, weshalb du vielleicht geneigt bist, eine großzügige Verhandlungsmarge einzurechnen. Mehr als 20 % im Vergleich zu deiner jetzigen Stelle solltest du jedoch nicht aufschlagen.
Indem du eine konkrete Summe nennst (z. B. 128.400 EUR), zeigst du, dass du deinen Gehaltswunsch kalkuliert hast und nicht einfach eine Wunschsumme (125.000 EUR) in den Raum stellst.
„Angesichts meiner Qualifikationen und Erfahrung betrachte ich ein Jahresgehalt von 56.300 EUR brutto pro Jahr für angemessen.“
„Meine Gehaltsvorstellungen liegen bei 126.400 EUR brutto pro Jahr.“
„Ich wünsche mir ein Gehalt von 55.000 Euro.“
„Damit wir ins Gespräch kommen, muss das Gehalt bei mindestens 100.000 EUR liegen.“
Falls in der Stellenanzeige nach deinem möglichen Eintrittstermin gefragt wird, solltest du darauf eingehen. Das Unternehmen möchte in dem Fall sofort erkennen können, wann die verschiedenen Bewerber/innen zur Verfügung stehen. Dies kann auch eines der Auswahlkriterien sein. Du solltest jedoch davon absehen, dich als allzu verfügbar darzustellen.
„Derzeit befinde ich mich in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis und kann demnach am 1. April in Ihr Unternehmen eintreten.“
„Ich kann die Position kurzfristig antreten.“
„Ich stehe Ihnen sofort zur Verfügung.“
„Da ich arbeitslos bin, könnte ich morgen anfangen.“
Zum Schluss deines Bewerbungsschreibens zeigst du dich nochmals positiv und selbstsicher und verweist auf das Vorstellungsgespräch. Anstatt im höflich gemeinten Konjunktiv zu formulieren („Ich würde mich freuen, wenn”), zeige dich zuversichtlich und wähle eine aktive Sprache.
„Sehr gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Vorstellungsgespräch von meiner Eignung und freue mich darauf, Ihr Unternehmen näher kennenzulernen. Für etwaige Rückfragen oder eine Terminvereinbarung stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.“
„Ich freue mich darauf, Sie schon bald persönlich von meinen Stärken zu überzeugen.“
„Ich freue mich darauf, bald mehr über Ihr Unternehmen und das skizzierte Projekt zu erfahren und stehe Ihnen für eine Terminvereinbarung gerne zur Verfügung.“
„Sollte meine Bewerbung Ihr Interesse geweckt haben, würde ich mich freuen, wenn …“
„Ich denke, ich könnte die Person sein, die Sie suchen…“
„Ich würde mich freuen, wenn Sie mir eine Chance gäben, Sie von meinen Stärken zu überzeugen.“
Nun kommt noch die Grußformel. „Hochachtungsvoll“ wirkt altbacken, „Herzlichst“ ist zu überschwänglich – besser fährst du mit dem Klassiker „Mit freundlichen Grüßen“. Wenn du magst, kannst du diese Grußformel individualisieren, indem du „Es grüßt Sie …“ oder „Mit freundlichem Gruß“ oder „Schöne Grüße nach Oberstaufen“ verwendest.
Die Unterschrift bringst du handschriftlich an, am besten mithilfe eines Füllers mit blauer Tinte.
Sperrvermerk
Wenn du dich aus einem ungekündigten Arbeitsverhältnis heraus bewirbst, möchtest du wahrscheinlich vermeiden, dass dein derzeitiger Arbeitgeber davon erfährt. Bitte in dem Fall im Schlussteil deines Anschreibens um „Vertraulichkeit“ oder darum, die Bewerbung „vertraulich zu behandeln“. Das Wort „Sperrvermerk“ oder „Diskretion“ brauchst du nicht explizit zu nennen.
Die letzte Angabe auf deinem Schreiben dient der Auflistung deiner Anlagen unten links. Wähle als Titel „Anlagen“ oder „Anlagenverzeichnis“ und führe die Anlagen in der Reihenfolge auf, in der du sie beifügst, zum Beispiel:
Wenn du noch am Anfang deiner Karriere stehst, fragst du dich vielleicht, ob ein Anschreiben überhaupt Sinn macht. Die Antwort lautet: Ja. Eine Bewerbung ohne Anschreiben gleicht einer anonymen Postwurfsendung. Und nur weil du noch keine klassische Berufserfahrung hast, heißt das nicht, dass du nicht über Erfahrungen, persönliche Stärken und stellenrelevante Fähigkeiten verfügst.
Du hast also durchaus etwas zu bieten und es wäre schade, wenn du die Chance nicht nutzen würdest, dies in einem Anschreiben herauszustellen.
Jeder Mensch macht im Laufe seines Lebens Erfahrungen und es gibt eine ganze Menge von Bereichen außerhalb eines klassischen Beschäftigungsverhältnisses, in denen du solche Erfahrungen sammeln kannst.
Hier einige Beispiele für alternative Erfahrungsquellen:
Zwar mögen nicht alle Neben-, Aushilfs- oder studentische Jobs einen direkten fachlichen Bezug zu der von dir angestrebten Stelle haben, aber jede Art von Erfahrung kann hilfreich sein und dein Profil aufwerten.
Arbeite heraus, welche Fähigkeiten du bei diesen Tätigkeiten erworben hast und welche Erfolge du damit erzielst hast. Vielleicht konnte sich dein Nachhilfeschüler von einer 5 in Mathe auf eine 3 verbessern oder du hast ein Computerzertifikat erworben oder du konntest durch eine clevere Idee die Abläufe bei der Essensausgabe in der Schulkantine optimieren.
Ja – all das sind Leistungen und Pluspunkte, die für dich sprechen und geeignet sind, das Bild zu vervollständigen, das sich Personaler/innen beim Lesen deines Lebenslaufs von dir machen.
Mangels Berufserfahrung liegt einer deiner Schwerpunkte auf deinen Fähigkeiten. Wenn du diese gründlich herausarbeitest und überzeugend darstellst, können sie das Nichtvorhandensein von Berufserfahrung in Teilen kompensieren.
Nachfolgend möchten wir dir anhand einiger Beispiele genauer zeigen, wie du auch ohne Berufserfahrung punkten kannst:
Ein ehrenamtliches Projekt muss nicht zwingend zu der anvisierten Branche passen. Beschreibe deine Tätigkeiten und nenne neben erworbenen Hard Skills auch Verhaltensweisen, die für den anvisierten Job nützlich sind. Durch ehrenamtliche Tätigkeiten zeigst du soziales Engagement und dass du dich in einem beruflichen Umfeld bewegen kannst. Schließlich gibt es auch bei der freiwilligen Feuerwehr Kollegen, Hierarchien und Regeln.
„Im Rahmen meiner ehrenamtlichen Tätigkeit bei der Bahnhofsmission Nürnberg war ich für den Empfang und die Bewirtung von Bedürftigen, die Ausgabe von Lebensmitteln und Kleidung, aber auch für die Problemlösung bei Konflikten verantwortlich. Ich bin überzeugt, dass ich mich schnell in die Strukturen in Ihrem Seniorenheim einfüge und die nötige Empathie und Sozialkompetenz mitbringe.“
Ein Praktikum wird manchmal auch als Beschäftigungsverhältnis gewertet, aber das Wichtigste ist, dass du dem Unternehmen deiner Wahl zeigst, dass du schon einmal mit der Arbeitswelt in Berührung gekommen bist. Auch wenn das Praktikum nur ein paar Wochen gedauert hat, trittst du deinen ersten Job realistischer an.
Der nachfolgende Jobsuchende zeigt, dass er kommunizieren, koordinieren, organisieren und steuern kann, teamfähig, kreativ und verantwortungsbewusst ist und sich für seine Ziele und die anderer einsetzt.
„Während meiner Praktika bei REWE in den Semesterferien hatte ich Gelegenheit, verschiedene Beteiligte der Lieferkette kennenzulernen. Aus Gesprächen mit Lieferanten, Mitarbeitenden und Kundschaft ist schließlich ein Ideenwettbewerb zum Thema „Weniger Verpackung“ entstanden, für dessen Durchführung ich in der Folge zuständig war.
So ist es uns gemeinsam gelungen, durch ein Pfandsystem den Bedarf an neuen Kartonagen zu halbieren. Ich bin überzeugt, dass Nachhaltigkeit uns alle betrifft und möchte Ihr Team für Umweltschutz gerne tatkräftig bei der Verfolgung Ihrer Unternehmensziele unterstützen.“
Ganz gleich, ob du an einem akademischen oder ehrenamtlichen Projekt mitgewirkt hast, Erfahrung hast du dabei allemal gesammelt. Erfolgreiche Projekte erfordern Organisationstalent, Teamwork, die Fähigkeit, eine Strategie in die Tat umzusetzen und Hindernisse zu überwinden. Vielleicht hast du für ein Forschungsprojekt Insekten gezählt oder du hast eine soziale Aktion im Altersheim koordiniert und durchgeführt.
„Im Rahmen meines Freiwilligen Sozialen Jahres im Seniorenheim Seerose in Bad Rappenau war ich für das Sonderprojekt „Pflegebauernhof“ verantwortlich. Dazu gehörten unter anderem die Konzeption einer Infobroschüre für Angehörige, die Koordinierung der Teilnehmer sowie Gespräche mit Gemeindevertretern und landwirtschaftlichen Betrieben.
Das Projekt fand überwältigenden Zuspruch seitens aller Beteiligten, sodass die Besuche auf dem Bauernhof mittlerweile fester Bestandteil der Altenpflege geworden sind. Ich bin fest davon überzeugt, dass ich diese Erfahrungen zum Vorteil Ihrer Patienten und Patientinnen in Ihre geriatrische Abteilung einbringen kann.“
Der andere Schwerpunkt, mit dem du die noch nicht vorhandene Berufserfahrung kompensieren kannst, ist dein Bildungsweg, also dein Studium, deine Ausbildung sowie etwaige Weiterbildungen oder gar Publikationen.
Denn auch darüber zeigst du potenziellen Arbeitgebern, dass du Herausforderungen meisterst, Durchhaltevermögen hast und lernbereit bist. Falls du eine Haus- oder Seminararbeit zu einem für den Job relevanten Thema geschrieben hast, ist das ein Pluspunkt und du solltest das erwähnen. Je mehr Abschlüsse und gute Noten du vorweisen kannst, desto besser.
Auf cvapp.de hast du die Möglichkeit, mit unserer Schreibhilfe ganz leicht und in kurzer Zeit ein Bewerbungsschreiben zu verfassen. Dieses kannst du danach bequem über einen Online-Link mit anderen teilen. Jede Lebenslaufvorlage verfügt über eine entsprechende Vorlage für ein Anschreiben, das du dann zusammen mit deinem Lebenslauf versenden kannst.
Dazu musst du dich bei cvapp.de anmelden und bestimmte Eckdaten eingeben.
Dazu gehören Informationen zu dem Unternehmen, bei dem du dich bewirbst, deine persönlichen Angaben und Informationen zur Stelle. Wir machen für dich den Anfang und fügen bereits einige Details aus deinem Lebenslauf ein.
Danach wählst du deine bevorzugte Vorlage bzw. ein Design, das gut zu deinem Lebenslauf passt, und unser Tool erstellt das Anschreiben für dich.
Künstliche Intelligenz macht das Leben in vielen Bereichen einfacher. Doch Vorsicht! Du solltest dem Ergebnis von ChatGPT & Co. nicht blind vertrauen. Wir liefern dir ein Grundgerüst für dein Anschreiben, aber es empfiehlt sich, dieses zu prüfen und anzupassen. Da du aber mittlerweile weißt, worauf es dabei ankommt, ist das ein relativ kurzer Prozess. Hilfe kannst du dir jederzeit in unseren Mustern oder Blogs zum Thema Bewerbung holen oder in diesem Artikel.
Die Liste möglicher Fehler beim Erstellen eines Bewerbungsschreibens ist leider sehr lang. Auf folgende Stolperfallen solltest du besonders achten:
Hier noch einmal die wichtigsten Punkte, die du beim Erstellen deines Bewerbungsschreibens im Blick haben solltest:
Wenn du weitere Anregungen brauchst, um dein Anschreiben zu verfassen, lass dich von unseren Mustern inspirieren. Unsere Experten und Expertinnen haben Musteranschreiben für zahlreiche Berufe entworfen, die sämtliche der hier erläuterten Aspekte berücksichtigen. Falls dein Beruf nicht dabei ist, findest du mitunter Ideen in einem verwandten Metier:
Bei Online-Bewerbungen wird oft auf ein Anschreiben verzichtet und Recruiter/innen können sich so unvoreingenommen auf Bildung, Fähigkeiten und Erfahrung konzentrieren. Die Gefahr ist jedoch, dass es an Kontext und Personalisierung fehlt und eventuell wichtige Informationen untergehen.
Bei Bewerbungen auf dem Postweg ist ein Anschreiben ein Muss. Warum sollten Personaler/innen deinen Lebenslauf lesen wollen, wenn du sie nicht einmal begrüßt? Das Bewerbungsschreiben bietet Jobsuchenden mit und ohne Berufserfahrung hervorragende Möglichkeiten, sich selbst sowie ihre Fähigkeiten und Erfahrungen vorzustellen und sich von anderen Bewerbern/Bewerberinnen abzugrenzen.
Dein Anschreiben sollte weder aus Textbausteinen und Floskeln bestehen, noch solltest du Formulierungen aus dem Internet einfach übernehmen.
Im Gegenteil, du solltest für jede Stelle, auf die du dich bewirbst, ein individuelles Bewerbungsschreiben erstellen, das zu dir und zur Position/zum Unternehmen passt, um eine maximale Wirkung zu erzielen. Anregungen findest du in unseren Mustern für Bewerbungsschreiben, aber achte darauf, dass du den Inhalt stets an deine Situation anpasst.
Das Anschreiben ist deine persönliche Kontaktaufnahme mit dem Unternehmen, in dem du dich und deine Motivation und Eignung positiv präsentierst und erste angefragte Eckdaten lieferst.
Dein Bewerbungsschreiben ist keine Neufassung deines Lebenslaufs. Auch langatmige Erläuterungen, zu viel Privates, Irrelevantes, zu viel (und nicht belegtes) Eigenlob, Kritik am derzeitigen Arbeitgeber oder Füllwörter haben darin nichts zu suchen. Verzichte außerdem auf Formulierungen mit „vielleicht“, „eventuell“, „könnte“ oder belanglose Verben wie „machen“, „haben“, „können“.
Indem du ein passendes Layout verwendest, einen gelungenen Einstieg findest und deine Eignung für die Position herausarbeitest und mit Zahlen, Fakten und Beispielen belegst.
Versetze dich in die Lage der Recruiter/innen: Mit einem strukturierten, knappen Bewerbungsschreiben, das eine individuelle, kreative Einleitung aufweist und inhaltlich den Nagel auf den Kopf trifft, hast du gute Chancen, auf dem richtigen Stapel zu landen.
Wenngleich dein Anschreiben maximal eine Seite lang sein sollte, darf darin nichts Wichtiges fehlen. Damit du mit wenigen Worten viel aussagst, kommt es auf geschickte Formulierungen an, was zugegebenermaßen etwas Übung erfordert.
Mache dich mit dem Inhalt dieser Anleitung vertraut und formuliere zunächst jeden der Abschnitte aus. Wenn das Ergebnis zu lang ausfällt, solltest du nicht einfach den Zeilenabstand verringern oder eine kleinere Schrift wählen, sondern sinnvoll kürzen: Konzentriere dich darauf, was in der Stellenanzeige gesucht wird und inwiefern du dem Suchprofil entsprichst. Irrelevante Informationen kannst du direkt weglassen.
Verwende aussagekräftige Terminologie, um dir Erläuterungen zu sparen. Vermeide Füllwörter und Aussagen mit ähnlichem Inhalt. Verbinde mehrere Aussagen zu einem Satz, anstatt sie der Reihe nach aufzuführen. Prüfe am Schluss noch einmal, ob dein Anschreiben dennoch alle Kriterien erfüllt.
Auch wenn das Verfassen eines Bewerbungsschreibens zunächst eine Hürde darstellen mag, darauf verzichten sollte niemand! Abgesehen davon, dass man nirgendwo mit der Tür ins Haus fallen sollte, bietet es gerade Berufseinsteiger/innen oder Jobsuchenden mit Zeiten von Arbeitslosigkeit oder Unterbrechungen im Lebenslauf ein hervorragendes Podium, um sich dennoch als perfekte Wahl zu präsentieren.
Wenn du die notwendigen Bausteine in deinem Anschreiben berücksichtigst und gleichzeitig auf die Kraft deiner Worte achtest, hältst du bald schon die Eintrittskarte zu deinem neuen Job in der Hand.
Auf unserer Website halten wir noch viele weitere nützliche Tipps und Anleitungen zum Thema Lebenslauf und Karriere für dich bereit, die dir dabei helfen, Fallstricke zu vermeiden. Und mit unseren zahlreichen Beispielen und Vorlagen für den Lebenslauf sind deine Unterlagen im Handumdrehen vollständig. Für deine Bewerbung wünschen wir dir viel Erfolg!