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Geschrieben von Rolf BaxRolf Bax

Der chronologische Lebenslauf

14 Min Lesedauer
Wie schreibt man einen chronologischen Lebenslauf?
Der chronologische Lebenslauf ist die am häufigsten verwendete Form bei Bewerbungen, und das nicht ohne Grund. Hier findest du heraus, ob dieses Format zu dir passt und wie du es nutzt.

Mit einem chronologischen Lebenslauf auf Jobsuche

Der Begriff chronologischer Lebenslauf ist vielleicht etwas irreführend, da dieses Format den beruflichen Werdegang und die Ausbildungsdaten eigentlich in umgekehrt-chronologischer Reihenfolge listet. Das bedeutet, dass du deine letzte bzw. aktuelle Arbeitsstelle zuerst und dein erstes Beschäftigungsverhältnis zuletzt aufführst. 

Das gleiche gilt für die Ausbildung: Hier nennst du dein höchstes erlangtes Bildungsniveau zuerst, gefolgt von früheren Meilensteinen darunter. 

Das umgekehrt-chronologische Lebenslaufformat ist am weitesten verbreitet, da es die wichtigsten und relevantesten Erfahrungen eines/einer Bewerber/in in den Vordergrund stellt. Wenn du z.B. als Gehirnchirurg nach einer neuen Herausforderung suchst, dürfte es wenig zielführend sein, wenn du deine erste Erfahrung auf dem Arbeitsmarkt – den Aushilfsjob bei McDonald's – an den Anfang setzt. 

Wo liegen die Unterschiede zwischen chronologischen Lebensläufen und anderen Formaten?

Die primäre Alternative zu (umgekehrt-)chronologischen Lebensläufen ist das funktionale Lebenslaufformat, das sich mehr auf deine Erfahrung und Fähigkeiten konzentriert und weniger darauf, wie du diese erworben und wie lange du dafür gebraucht hast. Das Hybridformat nutzt eine Kombination dieser beiden Ansätze.

Auch diese Lösung ist gar nicht so abwegig. Zum Beispiel für einen Buchhalter, der nach Jahren beruflich das Ruder noch einmal herumreißen und aus seiner Leidenschaft für Fotografie einen Beruf machen möchte. Wenn du in solchen Fällen einen Lebenslauf vorbereitest, der deine Erfahrung als Hochzeits-, Event- und Immobilienfotograf ins Rampenlicht stellen soll, würdest du mit einer detaillierten Auflistung deiner bisherigen Anstellungen als Buchhalter am Ziel vorbeischießen. In diesem Fall ist ein funktionaler Lebenslauf mit deiner Erfahrung als Fotograf die bessere Wahl. 

Betrachten wir den chronologischen Lebenslauf einmal näher, um zu sehen, ob er für dich die beste Option ist. Diese Anleitung befasst sich mit folgenden Themen:

  • Wann sollte man einen chronologischen Lebenslauf nutzen?
  • Vor- und Nachteile eines chronologischen Lebenslaufs
  • Format und Struktur eines chronologischen Lebenslaufs
  • Abfassung der Abschnitte „Beruflicher Werdegang“ und „Ausbildung“
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Bei Lebensläufen sind 3 Formate üblich: chronologisch, funktional oder eine Kombination aus beiden. Wir helfen dir bei der Wahl des richtigen Formats.

Wann sollte man einen chronologischen Lebenslauf nutzen?

Der chronologische Lebenslauf ist in der Regel am besten geeignet, wenn man über langjährige und kontinuierliche Berufserfahrung in der Branche verfügt, in der man eine neue Stelle sucht. Dies trifft vor allem dann zu, wenn deine berufliche Laufbahn mehr oder weniger „normal“ verlaufen ist und du dich vom Berufseinsteiger zu höheren (leitenden) Positionen hochgearbeitet hast.

Dieses Format wird vor allem von solchen Leuten genutzt, die ihre Sporen in ihrem Fachgebiet verdient haben. Vor allem dann, wenn sie zudem vorweisen können, was sie bei ihrem bisherigen Arbeitgeber so alles bewirkt haben. Der Nachdruck liegt bei der Erfahrung. Jene Erfahrung, auf die Arbeitgeber bei einem/r Bewerber/in so viel Wert legen. 

Dieses Lebenslaufformat hat gleich mehrere Vorteile. Um nur einige zu nennen:

  • Personalverantwortliche sind damit vertraut und es passt zu ihren Abläufen.
  • Es lässt sich relativ einfach schreiben. Zudem gibt es zahllose Beispiele und Vorlagen, die dir dabei helfen.
  • Es stellt die Leistungen, die man an den bisherigen Karrierestationen erbracht hat, unter Beweis – eigentlich so ziemlich genau das, wonach ein potenzieller Arbeitgeber sucht.
  • Es zeigt die Erfahrungen bei anderen Unternehmen aus deiner Branche, was viel über deine berufliche Vernetzung und deine Vertrautheit mit den Gepflogenheiten und Herausforderungen in deinem beruflichen Umfeld aussagt.
  • Ein chronologischer Lebenslauf erzählt eine Geschichte des Fortschritts: wachsende Erfahrungen, mehr Verantwortung, mehr berufliche Errungenschaften.

Aber jede Medaille hat zwei Seiten. Die Nutzung eines chronologischen Lebenslaufformats kann möglicherweise auch Nachteile haben. Zum Beispiel:

  • Es können sich Karrierelücken offenbaren, bei denen Personalverantwortliche hellhörig werden.
  • Du könntest sich als „Job-Hopper“ outen: als jemand, der es nirgendwo lange ausgehalten hat, wobei sich ein potenzieller Arbeitgeber möglicherweise die Frage stellt, wie lange dein Gastspiel in seinem Unternehmen wohl währen wird.
  • Bei einem Berufswechsel spielt eine lange Karriere in einer bestimmten Branche im neuen Wirkungskreis eher eine untergeordnete Rolle.

Wenn diese Nachteile die Vorteile übertreffen, solltest du ein funktionales Lebenslaufformat oder eine Mischform in Erwägung ziehen.

Die Struktur und das Format eines chronologischen Lebenslaufs

Ein chronologischer Lebenslauf sollte einer bestimmten Grundstruktur folgen und eine entsprechende Formatierung aufweisen:

  • Kopfzeile: enthält deinen Namen, deinen Beruf, deine Anschrift/E-Mail-Adresse und deine Telefonnummer.
  • Zusammenfassung/Profil: 3-4 Zeilen am Seitenbeginn, die zusammenfassen, was du beruflich machst und wo deine Stärken liegen.
  • Beruflicher Werdegang: eine Auflistung von Arbeitsverhältnissen aus der Vergangenheit (letzte Tätigkeit zuerst, erste Tätigkeit zuletzt), mit Punkt-für-Punkt-Auflistungen deiner beruflichen Leistungen bei den einzelnen Karrierestationen.
  • Ausbildung: eine formale Bildungslaufbahn (höchster Abschluss zuerst) sowie branchenrelevante Zusatzqualifikationen.
  • Fähigkeiten: eine kurze Auflistung der beruflichen und sozialen Fähigkeiten, aus denen sich deine Eignung für die Stelle ergibt.
  • Wahlabschnitte: Mitgliedschaft in Berufsverbänden, Hobbys und Interessen, Referenzen.

So sollte ein chronologischer Lebenslauf aussehen.

Lebenslauf beispiel Google

Wie verfasse ich den Abschnitt „Beruflicher Werdegang“?

Der berufliche Werdegang bildet den Hauptteil eines Lebenslaufs im umgekehrt-chronologischen Format. In diesem Abschnitt wird deine aktuelle bzw. letzte Tätigkeit zuerst gelistet. Nenne den Namen des Unternehmens, bei dem du gearbeitet hast, unter Angabe der Stadt und möglicherweise des Landes. Beschreibe, welche Aufgaben du dort hattest, und erwähne, in welchen Jahren du dort gearbeitet hast. (Genaue Datumsangaben sind nicht nötig.)

Füge unter jedem Arbeitgeber eine Punkteliste hinzu, die beschreibt, welche Tätigkeiten du bei deinen einzelnen Karrierestationen ausgeübt hast. Beschränke dich dabei nicht nur auf das „Verantwortlich für“, sondern beschreibe auch, was du dort erreicht hast. Sei konkret, greife möglichst auf Zahlen und Fakten zurück (Umsatzzahlen, Zuwachsquoten, Anzahl der Angestellten, die dir untergeben waren, Anzahl der Kunden, für die du zuständig warst, usw.) Benutze starke Aktionsverben in substantivierter Form: „Management“, „Federführung“, „Schaffung“, „Verkauf“, „Organisation“ usw.

Du brauchst nicht unbedingt jeden einzelnen Job aufzuführen, den du je gehabt hast - im Gegenteil. Viele frühere Tätigkeiten haben mit dem Umfeld, in dem du dich bewirbst, wahrscheinlich gar nichts zu tun. Beschränke dich daher auf deine beeindruckendsten und am ehesten relevanten Karrierestationen.

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Wie verfasse ich den Abschnitt „Ausbildung“?

Der Ausbildungsabschnitt ist der andere Teil deines Lebenslaufs, in dem die umgekehrt-chronologische Reihenfolge eine Rolle spielt.

Wenn du zum Beispiel einen Doktortitel hast, führst du diesen zuerst auf, unter Nennung der Universität, des Studienfachs und des Jahres der Verleihung. Anschließend gibst du an, wo du deinen Master-Abschluss erworben haben, gleiches darunter für den Bachelor-Abschluss. 

Wenn du einen Hochschulabschluss hast, ist es im Allgemeinen unnötig zu erwähnen, wo du dein Abitur gemacht hast. Wenn du allerdings noch Platz hast: schaden kann es nicht.

Im Abschnitt „Ausbildung“ kannst du auch eventuelle Zusatzqualifikationen (Zertifikate) in deinem Fachgebiet angeben, z. B. als Pflegehelfer oder vereidigter Wirtschaftsprüfer. Die Teilnahme an jobrelevanten Fortbildungen, Seminaren und Workshops kann hier ebenfalls erwähnt werden, ebenso wie Mitgliedschaften in Studiengruppen oder branchenrelevantes Engagement außerhalb des Studiums. Wenn du eine besonders gute Abschlussnote oder eine bestimmte Auszeichnungsstufe für deine Dissertation erhalten hast, gehört das auch hier hinein.

Wie holt man das meiste aus dem chronologischen Format heraus

Mit dem chronologischen Format erzählst du eine Geschichte in umgekehrter Reihenfolge. Dies mag dir ein wenig unnatürlich vorkommen, aber wenn du die vielen hundert Beispiele für Lebensläufe auf cvapp.de siehst, wirst du feststellen, dass es völlig normal ist. 

Bemühe dich um eine visuelle Ausgewogenheit und Aufteilung in deinem Lebenslauf, so dass z. B. nicht ein großer Abschnitt mehrere kleine Abschnitte überschattet.

Denke daran, dass ein Lebenslauf idealerweise auf eine Seite passt. Gehe also sparsam mit dem verfügbaren Platz um. Wenn deine Erfahrung lange zurück reicht oder wenn du mehrere Studien absolviert hast, ist es möglicherweise sogar unmöglich, alle Errungenschaften und Qualifikationen aufzulisten.

Besonders Punktelisten nehmen in vertikaler Hinsicht viel Platz in Anspruch. Punktelisten in zwei Spalten können hier Abhilfe schaffen. Möglich wäre auch eine Zusammenfassung deiner Qualifikationen in einem Textblock („Abschluss mit magna cum laude, Gesamtnote 1,3, Mensa-Mitgliedschaft“).

Selbst wenn du immer noch Schwierigkeiten hast, alles auf einer Seite unterzubringen, solltest du auf die üblichen Formatierungstricks (kleinere Schriftgröße oder geringere Randabstände) unbedingt verzichten. Suche lieber nach den berühmten kleinen Platzverschwendern, z. B. ein Wort, das eine Zeile tiefer rutscht. Oft macht dies schon den Unterschied zwischen einer und zwei Seiten aus. Mit sorgfältig überdachten kürzeren Formulierungen lassen sich solche Probleme in der Regel beseitigen.

Wenn du mit mehreren Lebenslaufvorlangen experimentierst, kannst du auch versuchen, ob dein Text bei einer anderen Vorlage wohl auf eine Seite passt.

Der chronologische Lebenslauf: Zusammenfassung

Wenn du auf eine lange Berufserfahrung in der Branche, in der du dich bewirbst, zurückblicken kannst, dann ist das umgekehrt-chronologische Format in der Regel die richtige Wahl für dich. Du stellst damit deine Erfahrung in den Vordergrund, wobei du dennoch detailliert Aufschluss über deine Ausbildung und deine Fähigkeiten gibst.

Zum Verfassen eines Lebenslaufes steht dir eine Vielzahl an Hilfsmitteln und Inspirationsquellen zur Verfügung. Beispiele und Vorlagen werden dir den Einstieg erleichtern. Du brauchst nur noch deine Angaben zu deiner beruflichen Laufbahn zu ergänzen.

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